DIE ZEIT NACH CORONA  #1 ARBEITSMARKT
21. April 2020

DIE ZEIT NACH CORONA #1 ARBEITSMARKT

Allgemein

Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie „Corona“ waren die globalen Konjunkturaussichten durchwachsen – mit den entsprechenden Folgewirkungen auch für Österreich. Die Auswirkungen der Maßnahmen der Corona – Krise haben zusätzlich einen enormen Effekt auf die österreichische Volkswirtschaft.

Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 sind wir diesmal damit konfrontiert, dass die Angebots- wie auch Nachfrageseite gleichermassen betroffen ist. Wien hat seine gute Wirtschaftsleistung (94 Milliarden Euro, Nr1 in Österreich) der Drehscheibenfunktion nach Osteuropa, wissensbasierten Dienstleistungen und dem Jobmotor Tourismus zu verdanken. Der starke Fokus auf den Dienstleistungssektor hat zur Folge, dass wir in Wien immer etwas verzögert und vermindert die Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen gespürt haben. Das bedeutet auch, dass wir in der aktuellen Situation in Wien den niedrigsten Anstieg an Arbeitslosen  (+32%, Bundesländerschnitt + 52,5%) haben. 

ARBEITSLOSIGKEIT

Jedoch will und kann ich mich mit dieser statistischen Zahl nicht anfreunden. Die Folgen der Pandemie sind jedoch einzigartig. Wir werden noch länger mit Einschränkungen und einer daraus resultierenden neuen Realität konfrontiert sein. Jeder einzelne Verlust der Beschäftigung hat enorme Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen aber auch auf den Zusammenhalt in unserer Stadt. Arbeitslosigkeit bedeutet Existenz- und Versagensängste, bedeutet eine enorme Herausforderung in psychosozialer Hinsicht. Fehlende Beschäftigung und damit auch vermindertes Einkommen bedeuten weniger Einzahlen in das Gemeinwohlsystem und einen starken Rückgang des Konsums. Das wirkt sich auch auf die Wertschöpfungskette in der Stadt aus. Die Arbeitslosigkeit des Einzelnen betrifft uns alle als Gesellschaft – besonders in der Stadt.

WIEN BONUS

Für mich ist es klar, dass der Wien-Bonus in den Massnahmen gegen die Auswirkungen von Corona eine zentrale Rolle spielen wird. Wir haben bereits 2019 diesen Wien Bonus bei der Vergabe von städtischen Jobs vorgestellt: Menschen mit Wohnsitz in Wien sind bei gleicher Qualifikation bevorzugt worden. Das wird auch künftig so sein. Wir haben bereits jetzt den „Stolz auf Wien“ Fonds gegründet mit dem Ziel, dass wir uns als Stadt mit einer Minderheitsbeteiligung von maximal 20% an Unternehmen beteiligen, die Liquidität brauchen. Diese Unternehmen zeichnet vor allem aus, das sie für die Wiener Identität stehen und auch Wien als Marke in ihrem Exportgeschäft transportieren und damit zu Wiens Image beitragen. Mit diesem Fonds sichern wir nachhaltig Arbeitsplätze und halten auch so die Wertschöpfung in der Stadt. Interessent ist, dass diese Massnahmen auch von Bankmanagern als beachtenswertes Beispiel für bundesweite KMU-Fonds bereits herangezogen wird. Auf EU Ebene gibt es ähnliche Ambitionen: die beim Thema Verstaatlichung eher unverdächtige liberale Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager plädiert dafür, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten an Unternehmen beteiligen sollen um so auch den Verkauf an die Chinesen oder andere Länder zu verhindern.

Jedenfalls gilt es die Massnahmen zu verstärken, die wir bereits vor der Krise gestartet haben. Besonders betroffen sind hier auch die Menschen, die über 50 Jahre alt sind. Meine Joboffensive 50+ war ein enormer Erfolg – ich habe zahlreiche und vor allem berührenden Zuspruch von vielen „Betroffenen“ bekommen, die durch diese Aktion wieder in die Beschäftigung zurück gefunden haben. Auch hier wird es weiter einen Schwerpunkt geben. Diese Joboffensive hat auch einen positiven Effekt auf die Kommunen, die angesichts von Corona auch vor grossen Herausforderungen stehen.

SOZIALPARTNERSCHAFT WICHTIGER DENN JE

Eine ganz wichtige Rolle in der Erhaltung und auch den weiteren Ausbau der Arbeitsbedingungen und der Tarifpolitik kommen der Gewerkschaft und der Sozialpartnerschaft zu. Die Unkenrufe der letzten Jahre, dass sich das sozialpartnerschaftliche Modell und vor allem die Gewerkschaft überholt habe, hat die Corona Krise widerlegt. Gemeinsam ist es nun unsere Aufgabe, die Rechte der ArbeitnehmerInnen zu stärken und um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen – vor allem angesichts der Kurzarbeit.

Arbeit bedeutet Beschäftigung und hat damit über die wirtschaftlichen Notwendigkeit hinaus eine grosse Wichtigkeit für die Zufriedenheit des Einzelnen. Jeder Beschäftigte trägt damit auch zur Finanzierung unseres Sozialstaates bei, der in Krisenzeiten wie jetzt sich als enorm wichtige Stütze herausstellt.

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